Bankgeschichte

Eine große Idee erreicht Eisenberg

"Nach dem Vorgange nicht nur vielen nichtaltenburgischen Städte, sondern mehrere inländische Städte, z. B. den Städte Altenburg, Ronneburg, Schmölln, Meuselwitz pp. ist auch in hiesige Stadt eine Mehrzahl von Bürgern zu dem Zwecke zusammengetreten, mit durch gemeinschaftliche Hilfe und Beiträge sich gegenseitig in ihrem gewerblichen Fortkommen mit Kapital zu unterstützen. Die Erfahrung hat bereits gelehrt, dass dergleichen Vereine einen nicht bloß lebensfähigen, sondern segensreichen Keim in sich tragen...",

heißt es in einer Schrift, datiert vom 21. Januar 1868 und unterzeichnet von 30 Eisenberger Bürgern - den Begründern des damaligen "Credit- und Spar-Verein zu Eisenberg S.-A.".

Es handelt sich um ein Gesuch an das herzogliche Ministerium zu Altenburg mit der Bitte um Bestätigung der vorgelegten Statuten sowie um Verleihung der Rechte der Gesamtpersönlichkeit. Dem Gesuch wird mit Reskript vom 23. März 1868 entsprochen. Der Verein wird unter die Oberaufsicht eines Regierungskommissars in der Person des hiesigen Bürgermeisters gestellt. Damit soll das Vertrauen in den Verein positiv beeinflusst werden.

Am 25. April 1868 findet im Lokal des Fürstenkellers die erste Generalversammlung statt. Wie das Eisenberger Nachrichtenblatt am 12. Mai bekanntgibt, wurden mit absoluter Mehrheit auf die nächsten drei Jahre gewählt:

In das Direktorium

  • Advokat Rudolph Schnaubert als Direktor
  • Advokat Alwin Gerlach als dessen Stellvertreter
  • Kaufmann Konstantin Schöne als Kassierer
  • Auditor Eduard Burger als Schriftführer

In den Ausschuss

  • Auditor Eduard Burger
  • Buchhändler Hugo Knaak
  • Schumacher Theodor Schaller
  • Gürtler Ludwig Schmidt
  • Gerichtsamtsaktuar Hermann Schenck
  • Gerber Karl Völcker
  • Hofgärtner Karl Wiegand
  • Kaufmann Karl Wilhelm Winkler
  • Zeugmacher Julius Zuckschwerdt

Der Verein ist eine Gesellschaft mit unbeschränkter Haftung. Der Geschäftsbetrieb wird in den Privaträumen des Kassierers Schöne in der Schloßgasse 1 eröffnet. Die Mitglieder verpflichten sich, bei Eintritt in den Verein außer einem Eintrittsgeld zusätzliche Zahlungen auf das Spar- und Stammeinlagekonto zu leisten. Der Stammanteil beträgt 25 Thaler.Da die Betriebsmittel im ersten Geschäftsjahr sehr gering sind, bewilligt die Herzogliche Landesbank in Altenburg einen Kredit in Höhe von 4000 Thaler. Damit war man in der Lage, die wohltätigen, auf Förderung des Gewerbebetriebes und auf Anregung zur Sparsamkeit gerichteten Zwecke zu verfolgen.

Einen Verlust hat der Verein nicht zu beklagen. Schon im ersten Geschäftsjahr besteht reges Interesse, was 50 Mitglieder und ein Umsatz von über 29000 Thaler beweisen. Bereits im zweiten Geschäftsjahr steigt der Umsatz auf das Dreifache.

1868
Im Gründungsjahr des Credit- und Spar-Vereins entsteht in Mayschoß (Ahrtal) der erste Winzerverein nach dem System Raiffeisen. Bald folgen weitere Vereine an der Ahr, an der Mosel, in Hessen und Württemberg.

1870
Die Kriegsjahre übersteht der hiesige Verein gut. In dieser Zeit tritt Franz Kretzschmar als Direktor und einige Jahre später Advokat Oertel als Sekretär in den Vorstand.

1871
Die erste Währungsunion in der Bankgeschichte - der Thaler muss der Mark weichen.

1873
Vor einer Versammlung von Landwirten, die sich auf die Erzeugung von Milch und Butter spezialisiert haben, propagiert Raiffeisen die Gründung von Molkereigenossenschaften.

1880
Am 1. April wird die Eisenbahnstrecke Eisenberg - Krossen eröffnet; eine Privatbahn, die von den Einheimischen liebevoll "Esel" genannt wird.

1881
Der Geschäftsanteil erhöht sich auf 150 Mark. Im gleichen Jahr gründet Raiffeisen in Neuwied eine Druckerei, die noch heute unter seinem Namen besteht.

1882
Bereits 418 Mitglieder gehört der Verein. Die expansive Entwicklung macht die Errichtung eines eigenen Geschäftslokals erforderlich. Es wird in der Wächtergasse 6 gefunden.

1883
Am 29. April stirbt Hermann Schulze-Delitzsch in Potsdam.

1888
Friedrich Wilhelm Raiffeisen schließt seine kranken Augen am 11. März für immer. Bis zur letzten Stunde ordnet er seine Gesundheit sowie alles Private dem Kampf gegen die Armut unter.

1890
In den Jahren von 1883 - 1890 sinkt die Mitgliederzahl auf 226. Die Ursache ist im Konkurs verschiedener anderer Genossenschaften begründet. So wird man allgemein skeptisch. Trotz alledem zeigen die Erträge in diesen Jahren eine zufriedenstellende Bilanz. Es kann immerhin eine Dividende in Höhe von 7 Prozent ausgezahlt werden.

1891
Die Geschäftsräume werden abermals verlegt - in das Haus des Kassierers Kretzschmar in der Langegasse 11. Während dieser Zeit zeichnen sich Veränderungen im Direktorium ab. Als Direktor wird Albin Stahl gewählt, während Herr Kretzschmar an die Stelle des ausgeschiedenen Kassierers Lots tritt. Außerdem gehört seitdem Julius Dörstling in der Eigenschaft als Kontrolleur dem Direktorium an.

1894
Die Erhöhung des Geschäftsanteiles auf 300 Mark wird beschlossen, um das Eigenkapital zu vergrößern. Ein Jahr zuvor vernichtete in Eisenberg ein Marktgassenbrand einen großen Teil der alten Bausubstanz am Markt.

Da es in der Gründungsphase der Genossenschaftsvereine keine besondere Rechtsform gab, mussten diese sich in ihrer Geschäftstätigkeit vielfach beschränken. In Preußen wird 1869 ein erstes Genossenschaftsgesetz verabschiedet. Es ist der Vorläufer für das Reichsgesetz betreffend die "Erwerbs- und Wirthschaftsgenossenschaften" von 1889. Bedeutender Initiator ist Hermann Schulze-Delitzsch.

1897
Auf dieser Grundlage und auf Anraten der Verbandsprüfung sowie des Bürgermeisters Clauß im Auftrage des Ministeriums wird das veraltete Statut umgewandelt. Die Eintragung in das Genossenschaftsregister erfolgt am 7. August. Der Verein unterliegt damit dem Genossenschaftsgesetz.

1901
In Eisenberg beginnt der Wasserleitungsbau.

1903
Obwohl die Neugestaltung fördernd wirkt, werden Meinungen nach einer milderen Haftpflicht immer deutlicher. Dies hat wohl auch etwas mit der vorhin erwähnten Krise in den 1880er Jahren zu tun. Den berechtigten Wünschen können sich Vorstand und Aufsichtsrat nicht länger verschließen. So wird in der Generalversammlung am 10. Juni der Übergang in eine Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht beschlossen.

1904
Am 18. Juni findet in der Generalversammlung die durch Umwandlung nötig gewordene Statutenänderung Annahme. Die Haftung der Mitglieder ist nunmehr begrenzt und erstreckt sich auf eine Summe von 600 Mark. In den darauf folgenden Jahren wachsen die Anzahl der Mitglieder sowie die Höhe von Spareinlagen und Scheckgeldern erheblich. Die Höchstgrenzen für aufzunehmende fremde Gelder werden deshalb in drei verschiedenen Generalversammlungen erhöht:

  • 19. Mai 1909: von 1,5 auf 2,0 Mio M
  • 8. März 1910: von 2,0 auf 2,5 Mio M
  • 11. März 1912: von 2,5 auf 3,0 Mio M

1907

Die Ausdehnung des Geschäftes hält weiter an, so dass das Geschäftslokal abermals verlegt werden muss. Die Bank zieht in das Haus am Roßplatz 2, welches 1910 in deren Besitz übergehen wird. Im gleichen Jahr wird das erste Eisenberger Krankenhaus mit dem Johanniterorden eingeweiht.

1908
In diesem Jahr wechselt der Vorstand mehrfach. Der Kassierer Kretzschmar verabschiedet sich nach 35-jährigem Wirken aus den Diensten des Vereins. Auch der Kontrolleur Dörstling legt aus Altersgründen sein Amt nieder. An dessen Stellen treten der langjährige Buchhalter Franz Gumpricht als Kassierer und Bernhard Fritsch als Kontrolleur. Den Direktorposten erhält der ehemalige Verbandsrevisor Hermann Brodführer. Bei dessen Anstellung ist maßgebend, dass es sich um einen Fachmann handelt, der in erster Linie die Aufgabe innehaben soll, den Geschäftsbetrieb bankmäßig auszugestalten und die Genossenschaft zu expandieren, was ihm auch hervorragend gelingt.

1909
Um die Bank besser nach außen in Erscheinung treten zu lassen, beschließt die Generalversammlung vom 26. Juli, die Firma in "Eisenberger Bank e.G.m.b.H." umzubenennen. Zeitgleich werden der Geschäftsanteil auf 500 und die Haftsumme auf 1000 Mark erhöht.

1911
Durch das Ausscheiden von Herrn Fritsch in den Ruhestand und den Weggang von Direktor Brodführer, dem die Leitung der Genossenschaftsabteilung der Dresdner Bank in Berlin übertragen wird, wählt man Karl Bretschger als Direktor und Herrn Bruno Awe als Kontrolleur in den Vorstand.

Der Ausbau des Kontokorrent- und Scheckverkehrs führt dazu, dass sich der Kundenkreis erheblich erweitert. Weder die Kassen- noch die Büroräume reichen aus, um die Geschäfte ordnungsgemäß abzuwickeln. Man beschäftigt sich mit der Frage, entweder das alte Geschäftshaus umzubauen oder einen Neubau zu erstellen. Da der Umbau kostenintensiver würde und trotzdem nicht die gewünschten Räume bieten, spricht alles für die Errichtung eines neuen Bankgebäudes. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Tatsache, dass bisher kein Tresorraum existiert, der aber durch die kontinuierlich zunehmende Entwicklung dringend erforderlich ist.

1912
Deshalb kauft man das an der Adelheid- und Weststraße (heute Friedrich-Ebert-Straße bzw. Martin-Luther-Straße) gelegene Grundstück. Bezogen wird das repräsentative Gebäude, welches der Stadt zur Zierde gereicht ist, im Juli 1913. Die neu entstandene Stahlkammer wird zum Magneten für viele Neukunden. Es war lange Zeit die einzige in Eisenberg. Sie erfüllt im Originalzustand noch heute ihren Zweck.

Im gleichen Jahr wird in Eisenberg der elektrische Strom für Industrie und Haushalt eingeführt.

1914
Nach dem Attentat in Sarajewo am 28. Juni bricht in Europa der Krieg aus, der sich zum Ersten Weltkrieg entwickelt. Es folgt die Umstellung von der Friedens- auf die Kriegswirtschaft, die sich gravierend auf die währungspolitische und finanzwirtschaftliche Entwicklung auswirkt. Kriegsanleihen werden aufgelegt.

Den kurz fälligen Verbindlichkeiten steht eine dreimal größere Aktiva gegenüber. Der Krieg verübt wie überall einen ungünstigen Einfluss auf das hiesige Wirtschaftsleben. Die meisten Mitglieder sind gezwungen, ihre Betriebe stillzulegen, denn die Kriegsindustrie hat in Eisenberg keine wesentliche Bedeutung. Kursverluste müssen abgeschrieben werden. Das Kontokorrentgeschäft bleibt völlig aus, was zu einer Minderung der Erträge führt.

1918
Durch das Vertrauen, welches die Bank genießt, aber steigern sich mit jedem Kriegsjahr die fremden Gelder. So kann die Bank im Jahr 1918 ihr 50. Jubiläum feiern und immerhin mit folgenden Zahlen aufwarten:

Bilanzsumme

5.336.422,70 Mark

Reingewinn

28.114,68 Mark

Mitglieder

572

Dividende

5,5 %

Am 3. November 1918 bricht in Deutschland die Revolution aus. Der Kaiser dankt ab, und am 11. November wird der Waffenstillstand besiegelt. Der Erste Weltkrieg hat sein Ende gefunden.

Eisenberg: Am 18. November muss die herzogliche Familie abtreten. Deutschland wird eine Republik und Eisenberg dem Freistaat Sachsen-Altenburg angegliedert. Seit 1921 gehört Eisenberg zum Land Thüringen.

1923
Harte Friedensbedingungen bringen den wirtschaftlichen Niedergang und die Zerrüttung der damaligen Währung. Die Inflation mit ihren verheerenden Auswirkungen ist die Folge. 1923 erreicht sie ihren Höhepunkt. Löhne und Gehälter werden täglich ausbezahlt. Die Massen an Papiergeld müssen in Waschkörben von den Banken geholt werden. Am 29. November wird der Dollar mit 4,2 Billionen (4.200.000.000.000) Mark notiert. Die Bilanzsumme der Eisenberger Bank beträgt zum Jahresende 33.885.280.009.239.702,00 Mark. Realistisch allein bleiben die Zahlen der Mitglieder und Konten.

1924
Das Wirtschaftsjahr 1924 ist beherrscht vom Gedanken der Stabilisierung der deutschen Währung und des Wiederaufbaus. Am 1. Januar wird die Rentenmark eingeführt, die dann schnell zur binnendeutschen Währung absinkt. Im 1. Halbjahr kommt es in Deutschland zu 1166 Konkursen. Dies demonstriert die Härte im Existenzkampf der Unternehmen nach der Umstellung auf die neue Währung. Mit dem Gesetz vom 30. August 1924 gilt die Reichsmark als gesetzliches Zahlungsmittel. Auch unsere Bank bedroht ein erheblicher Substanzverlust. Vergleicht man die Bilanzsumme 1924 mit der aus dem Jahre 1913, ergibt sich ein Rückgang von 97,5 Prozent.

1925
Nach dem Krieg eröffnen in Eisenberg auch zahlreiche andere Banken ihre Pforten. Es wird allgemein spekuliert, das führt zu einem Abwandern vieler Kunden. In seinem Bericht zum 58. Geschäftsjahr im Jahr 1925 aber kann der Vorstand verkünden: "... Zu unserer Freude können wir mitteilen, dass viele unserer früheren Kunden aus dem Handwerkerkreis wieder zu uns zurückgekehrt sind. Wir betrachten dies als ein Zeichen des Vertrauens, das man uns entgegenbringt..."

1927
Das Jahr 1927 ist das in der Nachkriegszeit wirtschaftlich günstigste. Der Handel blüht auf, "Made in Germany" wird wieder zu einem gefragten Markenzeichen.

1929
Aber bereits 1928 setzt weltweit eine Stagnation ein. Am 25. Oktober 1929 beginnt mit dem "Schwarzen Freitag" in der Wallstreet die Weltwirtschaftskrise. Diese erreicht im Juli 1931 ihren Höhepunkt, als das Ausland die in Deutschland kurzfristig angelegten Gelder zurückruft. Viele Banken im ganzen Reich stellen die Zahlungen ein. Die Erschütterungen des Wirtschaftslebens und die allgemeine Unsicherheit finden ihren Niederschlag in starker Arbeitslosigkeit und der dramatischen Zunahme von Konkursen. In Eisenberg ist die Pianoindustrie am schlimmsten betroffen.

Der wirtschaftliche Niedergang sowie die durch Bankzusammenbrüche eingetretene Vertrauenskrise berührt auch unsere Bank. Der Untergang des hiesigen Hofbankhauses Max Mueller ruft große Unruhe hervor.

In den schweren Jahren bis 1932 wird die Bank unter Regie von Herrn Bretschger geführt. Danach werden Reinhard Bäger und Gertrud Schubert in den Vorstand berufen. 1939 übernimmt Herr Bäger die Leitung.

1933
Am 30. Januar ernennt Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Das zweite schwarze Kapitel deutscher Geschichte wird aufgeschlagen. Hitler gelingt es, durch umfangreiche Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen die Massenarbeitslosigkeit zu überwinden. Die Autobahn wird gebaut, die allgemeine Wehrpflicht sowie das Arbeitsdienst-Pflichtjahr werden eingeführt. Damit steigt die allgemeine Kaufkraft, der Binnenmarkt wächst.

Eisenberg ist eher als Notstandsgebiet zu betrachten. Die Industriezweige, die größtenteils vom Export leben, wie die Klavier- und Porzellanindustrie oder die Etuibranche, haben sehr unter der wirtschaftlichen Lage zu leiden. Das übt eine entsprechend negative Resonanz auf unser Kreditinstitut aus.

1941
Auf Empfehlung der Regierung wird die Firmenbezeichnung mit der Generalversammlung vom 12. März in "Volksbank Eisenberg e.G.m.b.H." abermals geändert. Dies betrifft auch alle anderen Handwerker-Genossenschaften, um die Geschlossenheit des Genossenschaftswesens zu betonen.

1945
Am 14. August 1945 werden nach dem Befehl 01 der SMAD in den Ländern und Provinzen der damaligen sowjetischen Besatzungszone alle bestehenden Kreditinstitute geschlossen. Das betrifft auch unsere Bank. Alle Konten werden gesperrt, es dürfen keine Auszahlungen mehr vorgenommen werden. Damit bezweckt die Militärregierung, Privateigentum, Monopol und Kapitalismus im Keim zu ersticken.

Mit diesem Schlussstrich beginnt die deutsch-deutsche Geschichte. Während im Westen das Wirtschaftswunder blüht und das Dritte Reich von der sozialen Marktwirtschaft unter Ludwig Erhard abgelöst wird, beginnt im Osten abermals eine Diktatur.

1946
In Eisenberg werden die Genossen Kurt Hutzelmann, Walter Möhr und Felix Spindler in den Organisationsausschuss berufen, der die Vorbereitung für die Wiedereröffnung der Bank und vor allem die Wiedererfassung der alten Mitglieder zu treffen hat. Mit der Generalversammlung vom 29. April 1946 wird die Wiedergeburt besiegelt. Gleichzeitig muss auf Befehl der Militärregierung die Firmenbezeichnung geändert werden. Der Name "Volksbank" ist von den Sowjets verpöhnt. Die Bank nennt sich nun "Bank für Handwerk und Gewerbe e.G.m.b.H."

Zunächst wird die Leitung der Bank ehrenamtlichen Mitgliedern übertragen. Herr Bäger, der 1943 an die Front gerufen wurde und 1946 aus der Gefangenschaft zurückkehrt, wird im Jahr 1951 abermals in den Vorstand gewählt. Der Aufsichtsrat setzt sich zum Zeitpunkt der Wiedereröffnung aus folgenden Personen zusammen:

  • Walter Möhr (Vorsitzender)
  • Ernst Buchmann
  • Kurt Hutzelmann
  • Herr Lippert
  • Kurt Mertel
  • Otto Pöpel
  • Emil Roltsch

1948
Die Verhältnisse unserer Bank werden im Jahr 1948 durch zwei Ereignisse maßgeblich beeinflusst - die Währungsreform im Juni und der Erlass der neuen Richtlinien für das Kreditgeschäft im Herbst. Letzterer stellt das Kreditgeschäft der Banken in den Zwei-Jahresplan, was eine wesentliche Einschränkung unserer Möglichkeiten und zwangsläufig derer unserer Kunden zur Folge hat.

1950
Die Banken werden mit der Bankenreform zentralisiert, gleichzeitig werden die Aufgaben zwischen diesen abgegrenzt. Unsere, wie alle Genossenschaftsbanken, haben die Aufgabe, Bankgeschäfte für Produktionsgenossenschaften und private Handwerksbetriebe abzuwickeln.

Mit dem Gesetz vom 23. März 1950 werden die bestehenden Emissions- und Girobanken und die Landeskreditbanken in die Deutsche Notenbank - Vorgängerin der Staatsbank - eingegliedert.

1953
Im Frühjahr erfolgt die Verschmelzung mit der Bank für Handwerk und Gewerbe Krossen, deren eigenständiges Fortbestehen aus wirtschaftlichen Gründen nicht länger zu vertreten ist. Im gleichen Jahr verlässt Herr Hutzelmann den Vorstand, an dessen Stelle Herr Alfred Zöhrens tritt, der die Geschicke der Bank über mehrere Jahrzehnte bestimmen wird.

1968
feiert die Bank ihren 100. Geburtstag. Die Bilanzsumme umfasst zu diesem Zeitpunkt eine Größenordnung von über 15 Millionen Mark.

1973
In diesem Jahr steht eine weitere Fusion ins Haus. Die Mitgliederversammlungen der Genossenschaftsbanken Bad Klosterlausnitz und Eisenberg beschließen, sich zu einer leistungsstärkeren Bank zusammenzuschließen. Der Name der neuen Bank lautet "Genossenschaftsbank für Handwerk und Gewerbe Eisenberg".

Bis zum Frühjahr 1990 ist das Bankensystem der DDR nach den Prinzipien der sozialistischen Planwirtschaft organisiert. Es gilt das staatliche Monopol für die Durchführung aller Bankgeschäfte. Die Tätigkeitsfelder sind voneinander abgegrenzt, Wettbewerb gibt es nicht. Auch die Genossenschaften sind in dieses System eingebunden und auf ihren Kundenkreis fixiert.

Am 1. April 1990 wird das bisherige Bankensystem entflochten. Mit der Währungsumstellung am 1. Juli übernimmt die Deutsche Bundesbank die geld- und währungspolitische Verantwortung in der damaligen DDR. Von diesem Zeitpunkt an sind die DDR-Banken den Bedingungen des Marktes gnadenlos unterworfen und dem Wettbewerb ausgesetzt. Die Bank darf sich nun wieder "Volksbank Eisenberg eG" nennen.

Häufige Fragen an die Volksbank Eisenberg

Wer steht hinter der Volksbank Eisenberg?

Zunächst einmal die Menschen, die dort arbeiten. Wir sind Banker mit Leib und Seele, aber wir geben unser Gewissen nicht am Banktresor ab. Die Volksbank Eisenberg ist eine Genossenschaftsbank, die mehr als 3.000 Menschen aus Eisenberg und Umgebung gehört.

Wie sicher ist mein Geld bei Ihnen?

Sehr sicher. Die Volksbank Eisenberg ist der amtlich anerkannten BVR Institutssicherung GmbH und der zusätzlichen freiwilligen Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. angeschlossen.

Beide haben die Aufgabe, drohende oder bestehende wirtschaftliche Schwierigkeiten bei den ihnen angeschlossenen Banken abzuwenden oder zu beheben. Hierdurch werden die Insolvenz einer angeschlossenen Bank und damit auch ein Entschädigungsfall vermieden. Die BVR Institutssicherung GmbH erfüllt in diesem Zusammenhang die gesetzlichen Entschädigungsansprüche der Einleger nach Maßgabe des Einlagensicherungsgesetzes. Über diesen gesetzlichen Schutz hinaus schützt die Sicherungseinrichtung des BVR zusätzlich alle Kundeneinlagen. Seit Bestehen der Sicherungseinrichtung und somit seit mehr als 80 Jahren hat es keine Insolvenz einer angeschlossenen Bank gegeben, so dass noch nie ein Einleger entschädigt werden musste.

Hat die Bank in der Finanzkrise Schaden davon getragen?

Nein, im Gegenteil. Die Jahre 2008 und 2009 waren die wirtschaftlich besten Jahre der Volksbank Eisenberg. Wir machen seit eh und je nur solide, konservative Geschäfte, die frei sind von Spekulationen.

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